© Gerhard Zazworka 2018

Familienchronik

W arum sollen nur adelige Geschlechter oder Bankiersfamilien ihre Familiengeschichte    schreiben?    Sind    nicht    wir,    die    Abkömmlinge    von    Bauern, Handwer - kern   und   Arbeitern   ebenbürtig?   Sollten   wir,   die   zu   denen   gehören,   die mit   Händen   und   Hirnen   das   meiste   von   dem   geschaffen   haben,   was   menschliches Dasein   in   Jahrhun - derten   verändert   und   das   Leben   leichter   und   schöner   ge - macht hat, nicht besonders stolz auf unsere Vorfahren sein? In    diesem    Jahr    2013    tragen    außer    mir    nur    noch    wenige    von    uns    den    Namen Zázworka:   meine   Frau   Ulrike,   unsere   Tochter   Jana,   mein   Bruder   Peter   und   seine Frau Heidi sowie Carsten, Peters Sohn. Aber   es   gibt   noch   weitere   Familienmitglieder,   in   denen   das   Blut   der   Zázworkas fließt:    meine    Tochter    Kerstin    Schmidt    geb.    Zazworka    und    ihre    Kinder    Erik Schmidt   verh.   Roost   und   Kristina   Schmidt   sowie   Kristinas   Tochter   Sophie-Louise. Da   sind   auch   Peters   und   Heidis   Tochter   Simone   Kolditz   geb.   Zazworka   und   ihr Sohn   Sven.   Unsere   Enkel   Leon   Niclas   und   Sarah   Joelina   hießen   vor   der   Hochzeit ihrer   Eltern   Frank   und   Nadja   Thiemann   geb.   Zázworka   im   Jahre   2003   auch   noch kurze Zeit Zázworka. Wenn   heutzutage   so   viel   über   die   Identität   eines   jeden   gesprochen   wird,   so   ist   sie wohl    nur    dann    zu    ergründen,    wenn    wir    ebenfalls    nach    unseren    Wurzeln    im Vergangenen   Ausschau   halten.   Denn   uns   prägt   nicht   nur,   wie   wir   selbst   leben   und wie   wir   erzogen   wurden   und   wie   unsere   Umwelt   auf   uns   eingewirkt   hat,   auch   die Gene,   die   unsere   Vorfahren   uns   vererbt   haben,   tragen   zu   dem   bei,   was   unsere Persönlichkeit ausmacht. Fragen   wir   uns   deshalb:   Was   haben   jene   Zázworkas,   die   vor   uns   lebten,   auf   uns weitervererbt,      ohne   dass   uns   das   immer   bewusst   ist? Was   ist   das   Böhmische   in   uns oder worin besteht zumindest jener Rest an böhmischer Art in uns? Natürlich      fließt   in   jedem   von   uns   nicht   nur   das   Blut   der   Zázworkas.   Deshalb   war auch   zu   ergründen,   mit   wem   sich   die   Zázworkamänner   jeweils   vermählt   haben   und wer   aus   welcher   Ehe   hervorgegangen   ist.   So   finden   wir   in   der   Familiengeschichte auch die Namen vieler anderer, die unseres Andenkens ebenso würdig sind. 1993   habe   ich   an   dieser   Familienchronik   zu   arbeiten   begonnen.   Zunächst   war      alles Vorgefundene   zu   erfassen.   Der   Vergessenheit   zu   entreißen   war,   wer   und   was   die Ur-   und   Urur-   und   Urururgroßeltern   waren.   Dabei   ging   es   doch   nicht   bloß   um Daten    und    Namen,    sondern    auch    um    längst    vergangenes    Leben    mit    seinen Gedanken   und   Emotionen,   damit   sich   leichter   erfassen   lässt,   was   in   uns   weiterlebt. Selbstverständlich   habe   ich   mich   nicht   bloß   auf   meine   Erinnerungen   und   auf   einige meines   Bruders   Peter   verlassen.   So   habe   ich   nach   allem   Erinnerungswürdigen geforscht,   was   von   unseren   Eltern   und   Großeltern   zu   erfahren   war.   Dabei   haben Briefe   geholfen,   die   unsere   Mutter   noch   viele   Jahrzehnte   nach   dem   Tode   unseres Vaters   aufbewahrt   hatte.   Darin   sowie   in   einigen   überlieferten   Urkunden,   auf   vielen alten   Abbildungen   und   auf   dem   einzigen   Tonband   mit   der   Stimme   unserer   Mutter fand   ich   vieles,   von   dem   ich   mir   gewünscht   hätte,   ich   würde   es   schon   früher erfahren   haben,   um   es   bewusster   in   mein   eigenes   Leben   einfließen   zu   lassen.   Denn wir hatten Eltern, auf die wir stolz sein können. Unsere   Vorfahren   haben   uns   zwar   keine   materiellen   Reichtümer   hinterlassen,   aber jeder   von   ihnen   hat   seiner   Zeit   unsere   Familie   auf   jenen   rechten,   anständigen   Weg geführt, der uns fortzusetzen gegeben ist. Es   würde   mich   freuen,   wenn   sich   künftig   wieder   einer   der   Zázworkas   fände,   der diese   Euch   2001   übergebene   Familienchronik   weiterschreibt,   damit   sie   Chronik mit ihrer jetzigen letzten Seiten nicht für immer abbricht. Ich   wünsche   Euch   und   den   Kindeskinder   für   das   weitere   Leben   Freude   im   Alltag, Liebe,   Gesundheit   und   Glück.   Möge   jeder   von   Euch   finden,   was   er      für   sich   und die   Seinen   ersehnt   und   erarbeitet!   Vielleicht   hilft   diese   Familienchronik   auch,   dass wir   uns   alle   mehr   als   bisher   zusammengehörig   fühlen.   Es   wäre   schön,   wenn   etwas von dem übrig bliebe, was einst  unsere Großfamilie verbunden hat.                          Gerhard Zázworka
Eine Art Vorwort zur Familienchronik der Zázworkas